Montag, 21. November 2011

Die (der) weiße Weste(n)

Deutschland ist liberal

Hautfarbe, Rasse, Ethnie

Völlig egal!


Wer gut ist, kommt hoch

Auch pechrabenschwarz,

Auch ohne Peter Hartz


Das Dritte Reich war gar nicht gut

Da ging’s noch um Kopfform und Blut.

Heute geht’s um Leistung.


Das kann uns einer beweisen

Der hinter dem 7. Berg

Noch hinter dem 7. Zwerg

Ratet ihr's?


Klar, Guttenberg

Als Vater Promovieren ist hart und zäh

Hilft nicht mal geerbtes Vitamin B

Die Weste Deutschlands ist blütenweiß

(Naja, außer dem 3. Reich)


Rassismus?

Nur bei den anderen

Kannst ja nach England oder Frankreich auswandern


Die hatten Kolonien

Die hatten WIR fast nie

Alle Völker, besonders die Schwarzen

Die fanden wir famos

Vor allem die Hereros


Wir kennen keine Heuchlerei

Unsere Harmonie ist völlig rassenfrei

Bei uns leben Schwarzköpfler vollkommen sicher

Sogar in Buxtehude

Außer sie haben eine Dönerbude

Wettlauf

Wir sinken,

wir hinken

dem Westen hinterher.


Es steigt,

es bleibt,

kein Eis, bloß noch Meer.


Die Norm,

konform

der Wirtschaft bitte sehr.


Das Ziel

Ist viel

Und immer nur noch mehr.


Die Regeln

Des Spiels

Sind alles, aber nicht fair.


Noch schneller

In den Keller

Der Abgrund gefällt doch sehr.

Ode an TINA


Keine ist schöner als TINA

Sie entschuldigt,

sie huldigt,

macht cleaner


Durch Muss

Und Zwang

Wird alles legitimer,

Danke TINA!


Wer hilft bei jedem Dreck und Siff,

Klar TINA:

There is no Alternative!

Donnerstag, 24. Februar 2011

Massenvernichtungswaffe Geschwindigkeit

Wäre Luhmann heute im vierten Semester, würde die Systemtheorie wohl nie geschrieben. Wäre Adorno heute Doktorand, würde die Theorie der Autoritären Persönlichkeit wohl nicht entstehen.
Grund dafür ist ein um sich greifender Ökonomisierungs- und Publikationszwang, der jegliches längeres Nachdenken verhindert.
Damit hängt auch das Problem des Journalismus zusammen. Durch das Internet sind immer schneller Informationen abrufbar, sodass die Zeitungen anstatt grundlegende Recherchen anzustellen, damit beschäftigt sind, schneller über das Tagesgeschäft zu berichten, Pressemitteilungen ohne Prüfung abzudrucken und Personal abzubauen.
Dadurch werden in beiden Bereichen kritische Meinungen ohne sichtbaren Zwang klein gehalten oder ganz verhindert. Sie verkaufen sich nun mal schlecht. Wenn zwei Systeme, die als Korrektiv zur entfesselten Macht der Wirtschaft und der schwindenden der Politik dienen sollen, in ihrer Funktion marginalisiert werden, schafft sich so die Demokratie auf lange Sicht ab.
Schade.

Dienstag, 18. Januar 2011

Und der Mensch heißt Mensch

Eine Aussage, die es in der Schule immer so hören gab ist: „ Der Kommunismus ist am Egoismus der Menschen gescheitert.“ Die Frage, die an dieser Stelle offensichtlich wird ist: „Und wie unterscheidet er sich da zum Kapitalismus?“
Das Problem des Kommunismus war offensichtlich, dass diejenigen, die das Geld einsammelten, es nicht gerecht verteilten. Das Problem des Kapitalismus hingegen ist, dass diejenigen, die wissen, wie sie ihr Geld vermehren können, das auch schamlos verfolgen, koste es, was es wolle. Exzess und Blindheit gegenüber anderen Menschen oder allgemein den Folgen ihres Handelns ist anscheinend ein Problem, das nicht in der Wirtschaft, sondern bei Menschen selbst zu suchen ist. Globalisierung ist kein Automatismus, es stecken Interessen dahinter. Die momentane Weltwirtschaft ist mit einem Schwertransporter zu vergleichen, der mit voller Geschwindigkeit auf eine Wand zurast. Auf ökologische, ökonomische und soziale Balance wird nicht geachtet. Das Verhalten der Industrienationen ist vergleichbar mit Leuten auf einer guten Party, auf der alle wissen, dass die Polizei gerufen wurde, aber niemand verlässt sie, um nichts zu verpassen.
Das Problem am Kapitalismus ist, dass er immer mehr verlangt. Mehr Wachstum, mehr Konsum, mehr Rohstoffe, mehr Produktion, mehr Absatz. Offensichtlich sind Menschen aber bereit, große Widersprüche hinzunehmen, wenn es ihnen zugute kommt: Im Kapitalismus braucht es für einen gleichbleibenden Wohlstand Wachstum, aber es gibt nun mal KNAPPE Ressourcen. Wie heißt es so schön? „What goes up, must come down“. Das gilt auch für Wirtschaftssysteme, vor allem, wenn sie so ein Extrem erreicht haben. Es wird Zeit nachzudenken jenseits von Kommunismus und Monetarismus.
Es wird Zeit über den Tellerrand zu schauen und in ganz neuen Bahnen zu denken. Ich wünsche uns viel Erfolg dabei...

Der heutige Untertan

Obwohl als ausländisches Kind in Deutschland aufzuwachsen kein Zuckerschlecken ist, hat es doch einen Vorteil: Manchen Dingen gegenüber ist man einfach objektiver.
Zwischen dem 5. und 13. Schuljahr lernt man in 5 verschiedenen Fächern die unterschiedlichsten Facetten des Dritten Reichs kennen. Die Lehre, die daraus gezogen werden soll, ist „nie wieder“. Deutschland geht offen mit seiner Vergangenheit um und lässt nicht zu, dass so etwas wieder passieren kann. Ob oder ob nicht, sei da hin gestellt. In den letzten Jahren gibt es jenseits der Sarrazin-Debatte aber Faktoren, die einen nachdenklich werden lassen. Die schiere Anbetung Karl-Theordors zu Guttenberg, scheint nicht nur den Medien geschuldet, die sensationslustig Leute hoch- und runterschreiben. Guttenberg scheint die urdeutsche Sehnsucht nach „dem starken Mann“, dem Kaiser oder auch nur einer starken männlichen Führungsfigur zu bedienen. Wenn selbst eher linke Zeitungen den Fakt loben, dass Guttenberg soooo reich ist, dass er nicht einmal erwerbstätig sein müsste, und uns trotzdem die Ehre erweist, politisch für Deutschland aktiv zu sein, ist das symptomatisch dafür. Schon in der Schule lernt man in Deutschland, dass Hitlers Parolen auf fruchtbaren Boden gefallen sind wegen der Weltwirtschaftskrise, sich daraus ergebenden Arbeitslosigkeit und allgemeiner Hoffnungslosigkeit. Man lernt, dass sich daraus die Sehnsucht nach einer starken männlichen Figur entwickelt hat, die das Ganze wieder ins Lot bringen sollte. Journalistinnen und Journalisten und andere Menschen, die den politischen Diskurs bestimmen, haben entweder in der Mittelstufe nicht aufgepasst oder geben sich völlig unreflektiert ihren Impulsen hin.
Dies soll wahrlich kein Hitlervergleich sein. Trotzdem ist es doch verwunderlich, dass Menschen, die sich als hochgebildet und reflektiert betrachten, zu Zeiten der schlimmsten Krise des Kapitalismus (und wir haben nur noch das eine System) einen Adligen zu einem Idol hochstilisieren und rassistische Verallgemeinerungen plötzlich wieder salonfähig werden.
HABT IHR DENN GAR NICHTS GELERNT???!!!

Mittwoch, 14. Mai 2008

TOKYO

Wakannai

Everyone knows about the incredible politeness of the Japanese and their well behaved manners and it really seems that way, the service is great! Around the useless packing of the newly bought item one finds another plastic bag around another plastic bag and an additional pair of chopsticks which caused the Chinese woods to vanish completely...

This is all very well, until you realize that manners and good behaviour are only as long required until you enter the first train in the rush hour. You will say: In how far do people in the Tokyo trains behave worse than in Berlin, London or New York?

Everywhere people make disgusting noises with their noses, push other people, the occasional passenger will fart, scream randomly at people and show bits of their bodies that probably no one has seen before besides mammy changing nappy.

The difference between Tokyo and other cities is that if you enter any kind of relation to a Japanese they are overly overly polite and well behaved, so that when the safety of complete anonymity in the train is provided, it means CIVIL WAR and at the beginning this is a bit shocking.

So basically this gap between the two lets lots of things seem hypocritical. It is not only like in the States that they tell you it is nice to get to know you although they could’t care less. It is also that they consider you stupid, because you cannot speak Sonkeigo, Kenjougo and Teineigo in the right form at the right time to the right person, and probably never will. Even though they tell you how great your Japanese is, even if it consists only of “Konnichiwa”. Totally contradictory but just as well possible is that at the same time you are being envied, because you speak English and maybe German, Spanish, French, Dutch and Polish or all of these languages.

Even so, hypocricy seems to be a means of surviving in Japan. The density of the population is so high that if one ever was honest here, daily violence in the big scheme would be a logical consequence. Tokyo can be seen as some kind of proof that the nearer people have to be physically the further they back off mentally. But even as Gaijin, and obviously so, we have to try and understand the Japanese mentality. Somewhere, deep inside the Japanese society there is some kind of sense in how people behave. If we study for about a century and pray every Sunday, we might even find it...